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Forschung · Alternsuhren

Die Plazenta hat ihre eigene biologische Uhr

Redaktion LongevityWatch · 18. Juni 2026 · 1 min · English

Die Plazenta, das Organ, das einen Fötus während der gesamten Schwangerschaft versorgt, verfügt offenbar über eine eigene innere Uhr. Forschende beschreiben ein Stoffwechselsystem, das den Fortschritt der Schwangerschaft verfolgt.

Woran erkennt der Körper, dass eine Schwangerschaft ihren natürlichen Abschluss erreicht hat? Hormone spielen dabei eine Rolle – doch neue Erkenntnisse deuten auf einen zusätzlichen Mechanismus hin, der in der Plazenta selbst verankert ist. Science veröffentlichte einen Kommentar zu einer Studie, in der die Autorinnen und Autoren von einer plazentaren Stoffwechseluhr sprechen.

Stoffwechsel als Zeitgeber

Die Studie zeigt, wie sich Stoffwechselprozesse in der Plazenta im Verlauf der Schwangerschaft verändern und dabei einem geordneten Muster folgen, das Informationen über das Gestationsalter kodiert. Das knüpft an ein zentrales Konzept der Longevity-Forschung an: Alterungsuhren – Systeme, die das biologische Alter eines Gewebes oder Organs messen – sind keineswegs auf degenerierendes Gewebe beschränkt.

Die plazentare Uhr ist gerade deshalb bemerkenswert, weil sie in einem Entwicklungskontext und nicht in einem Alterungskontext arbeitet. Diese Unterscheidung hat wissenschaftliches Gewicht: Sie legt nahe, dass biologische Zeitmessung ein allgemeines zelluläres Prinzip sein könnte und kein Merkmal, das ausschließlich mit dem Altern verknüpft ist.

Was das für Alterungsuhren bedeutet

Alterungsuhren sind Messinstrumente, häufig auf Basis von DNA-Methylierungsmustern, die das biologische Alter einer Zelle oder eines Gewebes schätzen. Die Entdeckung eines vergleichbaren Prinzips in der Plazenta wirft grundlegende Fragen auf: Wie universell sind solche Mechanismen? Funktionieren andere vergängliche Organe oder Gewebe nach einem ähnlichen Prinzip? Und was bedeutet das für die grundlegende Biologie der Zeitmessung in lebenden Zellen?

Die Befunde sind vorläufig, und viele der möglichen Folgerungen für die Alterungsbiologie bleiben vorerst spekulativ. Dennoch eröffnet die Arbeit eine ungewöhnliche Perspektive: biologische Altersmessung nicht als Symptom des Verfalls, sondern als aktiven und funktionalen zellulären Prozess.

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