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Krebs unterdrückt den Appetit über sensorische Nerven

Redaktion LongevityWatch · 4. Juli 2026 · 1 min · English

Viele Krebspatienten verlieren drastisch an Gewicht – nicht weil sie nicht essen wollen, sondern weil ihr Körper den Appetit aktiv unterdrückt. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass sensorische Nerven dabei eine Schlüsselrolle spielen. Eine unerwartete Verbindung, die neue Therapieansätze eröffnen könnte.

Der krebsbedingte Gewichtsverlust, bekannt als Kachexie, ist ein ernstes medizinisches Problem. Er mindert die Lebensqualität, verringert die Wirksamkeit von Behandlungen und erhöht die Sterblichkeit. Bislang galt Kachexie weitgehend als Folge von Entzündungsprozessen und Stoffwechselstörungen. Die Studie, veröffentlicht in Science, beschreibt nun einen neuen Mechanismus: sensorische Neuronen, also jene Nerven, die Signale vom Körper an das Gehirn weiterleiten.

Ernährung verändert das Verhalten der Nerven

Die Forschenden stellten fest, dass eine Umstellung der Ernährung das Verhalten sensorischer Neuronen rund um Tumoren beeinflusste. Diese Neuronen scheinen Signale ans Gehirn zu übermitteln, die den Appetit unterdrücken. Es handelt sich um Mausstudien; ob derselbe Mechanismus auch beim Menschen greift, ist bislang nicht bestätigt.

Wurde die Aktivität dieser spezifischen Nervenzellen blockiert, stieg der Appetit der Tiere und ihr Gewicht stabilisierte sich. Das deutet darauf hin, dass die Nerven aktiv zur Aufrechterhaltung der Kachexie beitragen – und nicht bloß passiv auf den Tumor reagieren.

Was das für Krebspatienten bedeutet

Kachexie ist schwer zu behandeln, unter anderem weil ihre Ursachen vielfältig sind. Die Erkenntnis, dass sensorische Neuronen zur Appetitunterdrückung beitragen, eröffnet der Forschung ein neues Angriffsziel. Theoretisch könnten Therapien, die auf diesen Nervenweg abzielen, den Appetit von Patienten mit krebsbedingtem Gewichtsverlust wiederherstellen.

Der Befund stammt aus der Tierforschung. Die Autoren sind zurückhaltend, was Schlussfolgerungen für den Menschen betrifft. Die Studie liefert jedoch mechanistische Einblicke, die für die künftige klinische Entwicklung bedeutsam sein könnten – zumal wirksame Behandlungen gegen Kachexie nach wie vor weitgehend fehlen.

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