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Forschung · Krebs

Metformin greift ATP-Synthase in Krebszellen an

Redaktion LongevityWatch · 19. Mai 2026 · 1 min · English

Metformin ist seit Jahrzehnten das meistverordnete Medikament gegen Typ-2-Diabetes. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun, dass es Krebszellen auch über eine spezifische Komponente des zellulären Energiestoffwechsels hemmt.

Forschende haben ein Protein namens ATP5I als Angriffspunkt von Metformin identifiziert. ATP5I ist eine Untereinheit der ATP-Synthase, des molekularen Komplexes, mit dem Zellen in den Mitochondrien – den Kraftwerken der Zelle – Energie erzeugen. Dieses Protein stabilisiert die Struktur der ATP-Synthase und beeinflusst die Form der inneren Mitochondrienmembranen.

Als ATP5I mithilfe von CRISPR-Cas9 in Bauchspeicheldrüsenkrebszelllinien ausgeschaltet wurde, zeigten diese Zellen exakt dasselbe Verhalten wie Zellen, die mit Metformin behandelt worden waren: veränderte Mitochondrienmorphologie und eine deutlich geringere Fähigkeit zur Zellteilung. Die Studie liefert damit die erste konkrete molekulare Erklärung für die krebshemmende Wirkung von Metformin.

Metformin als mehr als nur ein Diabetesmedikament

Im Longevity-Bereich gilt Metformin seit Langem als vielversprechender Kandidat. In zahlreichen Studien verlängert es die Lebensspanne von Tieren. Die groß angelegte TAME-Studie läuft derzeit, um zu prüfen, ob Metformin auch beim Menschen altersbedingte Erkrankungen verzögern kann.

Der genaue Wirkmechanismus war jedoch bislang unklar. Bekannt war bereits, dass Metformin an den Mitochondrien ansetzt. Die neue Forschungsarbeit ergänzt dieses Bild um ein konkretes Protein. ATP5I ist nicht nur in Bauchspeicheldrüsenkrebs ein relevantes Ziel – es spielt im Energiestoffwechsel nahezu jedes Zelltyps eine Rolle.

Ausblick und Bedeutung für die Zukunft

Die Erkenntnis, dass ATP5I die Verbindung zwischen Metformin und seiner Wirkung auf die Zellteilung herstellt, eröffnet den Weg zu gezielteren Therapieansätzen. Statt Metformin selbst, das breite systemische Effekte entfaltet, könnten künftige Wirkstoffe spezifisch auf ATP5I abzielen.

Die Studie bestätigt einmal mehr, dass Metformin pharmakologisch weit mehr zu bieten hat, als sein bescheidener Ruf als blutzuckersenkendes Mittel vermuten lässt.

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