Perimenopause-Bewegung verbreitet Gesundheitsmythen
Online-Communities rund um die Perimenopause wachsen rasant. Frauen tauschen Erfahrungen, Empfehlungen und Produkte aus. Doch ein Teil der kursierenden Informationen ist schlicht falsch – mit handfesten Folgen für die Gesundheit.
Als Perimenopause bezeichnet man die Phase des hormonellen Übergangs vor der Menopause. Sie kann sich über Jahre erstrecken und mit Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und weiteren Beschwerden einhergehen. Das gestiegene öffentliche Interesse daran ist nachvollziehbar: Viele Frauen hatten lange das Gefühl, dass ihre Symptome von Ärztinnen und Ärzten nicht ernst genommen wurden.
Doch die Kliniker und Forschenden, die in einer Analyse von STAT News zu Wort kommen, sehen auch eine Kehrseite der Bewegung. Influencerinnen bewerben Nahrungsergänzungsmittel und Hormonpräparate ohne wissenschaftliche Grundlage. Frauen werden dazu ermutigt, mit Hormonen zu experimentieren – teils auf Basis von Tests, die klinisch nicht validiert sind.
Nahrungsergänzungsmittel ohne Belege
Ein wiederkehrendes Muster: Nahrungsergänzungsmittel werden als Alternative oder Ergänzung zur Hormontherapie vermarktet, ohne dass ihre Wirksamkeit ausreichend belegt wäre. Gleichzeitig wird die eigentliche Hormontherapie mitunter als gefährlich dargestellt – gestützt auf veraltete oder fehlinterpretierte Forschungsdaten.
Das ist problematisch. Die Hormontherapie ist für Frauen mit ausgeprägten Beschwerden eine wirksame Behandlung mit günstigem Risikoprofil. Wer ihr aufgrund von Fehlinformationen aus dem Weg geht und stattdessen zu unbewiesenen Produkten greift, gefährdet möglicherweise die eigene Gesundheit.
Altern und Hormone
Die hormonellen Veränderungen während und nach der Menopause wirken weit über kurzfristige Beschwerden hinaus. Sie beeinflussen die Knochendichte, das Herzkreislauf-Erkrankungsrisiko und die kognitive Gesundheit im Alter. Damit ist die Qualität der verfügbaren Informationen zu diesem Thema besonders relevant für Frauen, die sich mit gesundem Altern befassen.
Die Autorinnen und Autoren plädieren nicht dafür, die Perimenopause-Bewegung einzudämmen, sondern für bessere Wissenschaftskommunikation. Ärzte und Forschende müssen in den Räumen, wo Frauen ihre Informationen beziehen, deutlich präsenter werden.
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