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Forschung · Alternsuhren

Wie das Geschlecht das Altern des Immunsystems beeinflusst

Redaktion LongevityWatch · 23. Mai 2026 · 2 min · English

Männer und Frauen altern nicht auf dieselbe Weise. Das Immunsystem folgt bei beiden Geschlechtern unterschiedlichen Abbaupfaden. Diese Unterschiede sind größer als lange angenommen – und sie bestimmen, welche Krankheiten in welchem Lebensalter auftreten.

Das Immunsystem bekämpft nicht nur Infektionen. Es beseitigt auch Zellen, die aufgehört haben sich zu teilen (Seneszenz), signalisiert Gewebeschäden und steuert Reparaturprozesse. Wenn die Immunfunktion nachlässt, leiden all diese Aufgaben darunter. Das erhöht nicht nur das Infektionsrisiko, sondern auch das Risiko für Krebs und Gewebeabbau.

Frauen verfügen im Allgemeinen über eine aktivere Immunantwort als Männer. Das bringt früh im Leben Vorteile, wirkt sich später jedoch nachteilig aus. Frauen sind anfälliger für Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Männer hingegen zeigen im Durchschnitt einen früheren und steileren Rückgang der Immunfunktion, was sie im Alter anfälliger für Infektionen macht.

Hormone als treibende Kraft

Geschlechtshormone spielen dabei eine zentrale Rolle. Östrogen verstärkt die Immunantwort bei Frauen; Testosteron wirkt bei Männern eher dämpfend. Nach der Menopause entfällt der immunstimulierende Effekt des Östrogens, und der Immunabbau bei Frauen beschleunigt sich. Die Forschenden beschreiben, wie dieser hormonelle Wandel mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und Herz-Kreislauf-Probleme nach der Menopause zusammenfällt.

Auch die Zusammensetzung der Immunzellen unterscheidet sich. Frauen verfügen länger über größere Reservoirs an naiven T-Zellen – also Zellen, die noch keinem bestimmten Krankheitserreger begegnet sind und daher flexibel auf neue Bedrohungen reagieren können. Bei Männern schrumpft dieses Reservoir schneller, was die Fähigkeit des Immunsystems einschränkt, auf neuartige Herausforderungen zu reagieren.

Bedeutung für Therapie und Forschung

Diese Übersicht hat unmittelbare Relevanz dafür, wie Langlebigkeitsinterventionen konzipiert und erprobt werden. Ein Medikament, das den Immunabbau verlangsamt, kann bei Männern und Frauen unterschiedlich wirken – oder einer Gruppe nutzen, während es der anderen schadet. Viele klinische Studien haben diese Unterscheidung historisch nicht getroffen.

Die Erkenntnisse sprechen dafür, geschlechtsspezifische Referenzwerte in der Immunforschung einzuführen und Behandlungsstrategien zu entwickeln, die die hormonellen und zellbiologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen berücksichtigen.

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