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Evidenz-Antwort · Gehirn & Gedächtnis · English

Helfen Gehirntrainingsspiele gegen kognitiven Abbau?

Ja · Mäßige Evidenz

Bei älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung wirkt computergestütztes kognitives Training am besten in Kombination mit körperlicher Bewegung. Gehirntrainingsspiele als eigenständige Maßnahme sind deutlich schwächer belegt und zeigen bescheidenere Ergebnisse.

Die vollständige Antwort

Gehirntrainingsspiele allein bringen wenig. Am meisten nützen sie, wenn du sie mit körperlicher Bewegung kombinierst. Eine Studie1 zeigte, dass computergestütztes kognitives Training plus aerobes Krafttraining die Kognitionswerte im Schnitt um 1,45 Punkte stärker verbesserte als Bewegung ohne Training – bescheiden, aber messbar. Eine zweite Studie über 12 Wochen2 bestätigte das: Bei älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) verbesserte die Kombination aus Bewegung und kognitivem Training nicht nur die Denkleistung, sondern auch Gleichgewicht, Muskelkraft und Sprachfähigkeit – verglichen mit rein kognitiver Stimulation.

Virtual Reality ist ein neuerer Ansatz, und die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Eine achtwöchige Studie3 zeigte, dass VR-Training, bei dem Bewegung und kognitive Aufgaben gleichzeitig gefordert werden, bei kognitiv gefährdeten älteren Menschen sowohl die Gesamtkognition als auch die körperliche Gebrechlichkeit deutlich verbesserte. Weniger als 4 % der Teilnehmenden klagten über Übelkeit. Langzeiteffekte wurden bislang nicht untersucht.

Klinische Hirnstimulation in Kombination mit kognitivem Training schneidet in der Forschung besser ab als Heimapps. Eine Übersichtsarbeit über 15 Studien mit 685 Patientinnen und Patienten4 fand einen mäßig positiven Effekt auf die Gesamtkognition bei Menschen mit Alzheimer oder MCI – auch noch in der Nachbeobachtungsphase messbar. Repetitive transkranielle Magnetstimulation verbesserte zudem das Arbeitsgedächtnis. Es handelt sich dabei um medizinische Behandlungen, keine Heimanwendungen.

Allerdings wirkt nicht jede Form der Hirnstimulation automatisch besser. Schwache elektrische Hirnstimulation kombiniert mit kognitivem Training brachte in einer sorgfältig konzipierten Studie5 für die Gesamtgruppe keinen Vorteil gegenüber einer Scheintimulation. Nur wer das Training vollständig abschloss, zeigte ein schwaches Signal beim Arbeitsgedächtnis. Das ist eine deutliche Warnung vor überzogenen Erwartungen.

Bei Menschen mit Multipler Sklerose deutet eine Übersichtsarbeit6 darauf hin, dass kognitives Training Verarbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnis fördern kann – belastbare Zahlen fehlen jedoch. Bei Alzheimer gilt: Kognitives Training ist immer Teil eines umfassenderen Ansatzes mit Lebensstiländerungen und niemals ein eigenständiges Mittel. Vitamin-D-Supplementierung brachte in derselben Studie1 übrigens keinen zusätzlichen kognitiven Nutzen gegenüber der Kombination aus Bewegung und kognitivem Training.

Die Belege
7 Studien · 1 Meta-Analysen · ≈ 685 Teilnehmer

Die Aussagen stützen sich auf mehrere randomisierte Studien und eine Übersichtsarbeit über 15 Studien mit 685 Patientinnen und Patienten. Die meisten Studien untersuchten ältere Menschen mit MCI oder Alzheimer, nicht gesunde Menschen, die kognitivem Abbau vorbeugen möchten. Die Studiendauer war kurz: 8 bis 12 Wochen. Eine PMID ist unbekannt; die entsprechende Aussage wird daher als schwach eingestuft.

Zuletzt überprüft: Juni 2026
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