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Kann schlechter Schlaf das Risiko erhöhen, Diabetes zu bekommen?

Ja · Starke Evidenz

Dauerhaft schlechter oder zu kurzer Schlaf erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes nachweislich. Es lohnt sich also, Schlaf als ernsthaften Teil der eigenen Gesundheit zu betrachten.

Die vollständige Antwort

Wer dauerhaft zu wenig schläft, hat ein um 37 % höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, als Menschen mit einer normalen Schlafdauer. Das zeigen prospektive Kohortenstudien mit mehr als 5 Millionen Teilnehmern. Regelmäßige Nachtschichten erhöhen das Risiko ebenfalls, und zwar um grob 9 bis 40 Prozent im Vergleich zu einem geregelten Tag-Nacht-Rhythmus.

Der Körper stellt diese Verbindung auf mehreren Wegen her. Schlafmangel macht die Zellen unempfindlicher gegenüber Insulin und stört gleichzeitig die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Dazu verschieben sich die Hungerhormone in die falsche Richtung: Ghrelin, das den Hunger anregt, steigt an, während Leptin, das Sättigungsgefühl vermittelt, sinkt. Die Folge ist, dass du mehr isst als nötig, an Gewicht zunimmst und damit das Diabetesrisiko weiter in die Höhe treibst.

Hinzu kommt, dass chronischer Schlafmangel eine niedriggradige Entzündung im Körper befeuert. Diese Hintergrundentzündung begünstigt nicht nur die Entstehung von Typ-2-Diabetes, sondern auch Arteriosklerose und weitere Erkrankungen. Bei schlechtem oder zu kurzem Schlaf laufen also mehrere biologische Prozesse gleichzeitig in die falsche Richtung.

Schlafapnoe verdient besondere Erwähnung. Diese Schlafstörung, bei der du nachts wiederholt kurz aufhörst zu atmen, ist eng mit Übergewicht und Diabetes verknüpft. Alle drei verstärken sich gegenseitig. Eine Behandlung der Schlafapnoe lindert die Beschwerden zuverlässig, doch ob sie das Diabetesrisiko langfristig senkt, ist bislang nicht ausreichend untersucht.

Die Botschaft ist damit recht konkret: Es geht nicht nur darum, wie viele Stunden du schläfst, sondern auch darum, wie regelmäßig du schläfst. Wer dauerhaft weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, trägt ein messbares, reales Risiko. Je mehr dieser Risikofaktoren bei dir zusammenkommen, also zu kurzer Schlaf, unregelmäßige Schlafzeiten, Schlafapnoe und Übergewicht, desto größer wird das Gesamtrisiko.

Die Belege
7 Studien · 1 Meta-Analysen · ≈ 5.000.000 Teilnehmer

Basierend auf prospektiven Kohortenstudien mit mehr als 5 Millionen Teilnehmern (PMID 27743803, 27803010, 34779405) sowie experimenteller Grundlagenforschung zu Insulinresistenz, Hormonregulation und Entzündungsmarkern (PMID 34779405, 36280789, 37148488, 30920354, 27397854).

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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