Schlafe ich schlechter, wenn mein Bett zu warm ist?
Ein zu warmes Bett stört den Schlaf; ein leichtes Absinken der Körperkerntemperatur ist nötig, um gut einschlafen zu können. Wähle kühle, atmungsaktive Bettwäsche, vermeide Schwitzen, aber sorge dafür, dass es dir auch nicht kalt wird.
Ein zu warmes Bett stört deinen Schlaf, weil die Haut überhitzt, du ins Schwitzen gerätst und deine Körperkerntemperatur nicht ausreichend sinken kann. Genau das ist aber entscheidend: Damit du gut einschläfst und durchschläfst, muss dein Körper seine Kerntemperatur ein wenig absenken. Eine zu heiße Schlafumgebung blockiert diesen Prozess.
Das bedeutet aber nicht, dass Kälte automatisch besser ist. Wer nachts in einem zu kalten Schlafzimmer friert, schläft ebenfalls schlechter. Eine japanische Studie zeigte, dass Menschen, die sich kalt fühlten, im Durchschnitt deutlich niedrigere Schlafqualitätswerte erreichten. Es gibt also eine Komfortzone, und sowohl zu warm als auch zu kalt liegt außerhalb davon.
Was tatsächlich hilft: warme Füße in einem ansonsten kühlen Schlafzimmer. In einer kleinen Laborstudie trugen Probanden bei einer Raumtemperatur von 23 Grad Socken – sie schliefen schneller ein, länger durch und wachten seltener auf. Die Idee dahinter: Wärmere Füße weiten die Blutgefäße der Haut, sodass Körperwärme besser nach außen abgegeben werden kann und die Kerntemperatur leicht sinkt. Wichtig: An der Studie nahmen nur sechs junge Männer teil, also keine voreiligen Schlüsse ziehen.
Auch aktive Kühlung über eine spezielle Matratze, bei der Wärme über die Haut abgeleitet wurde, zeigte in einer kleinen Pilotstudie vielversprechende Effekte auf die Einschlafdauer und das Schlafempfinden. Aber auch diese Studie umfasste nur elf Teilnehmer, allesamt junge Männer. Beide Befunde sind interessant, aber noch nicht breit bestätigt.
Praktisch gesprochen: Sorge für eine Schlafumgebung, die sich nicht zu warm anfühlt, wähle atmungsaktive Bettwäsche und vermeide Kleidung oder Decken, die das Schwitzen begünstigen. Wenn dir die Füße schnell kalt werden, können Socken tatsächlich helfen. Die ideale Betttemperatur liegt für die meisten Menschen irgendwo im kühlen, aber nicht kalten Bereich, wobei das von Person zu Person unterschiedlich ist.
Vier Studien ausgewertet: zwei mit mäßiger Evidenzstärke (Hauttemperatur/Schwitzen und thermisches Wohlbefinden in einer japanischen Population), zwei mit begrenzter Evidenzstärke (sehr kleine randomisierte kontrollierte Studien mit 6 bzw. 11 jungen Männern). Bei einer Studie bestand ein potenzieller Interessenkonflikt durch Finanzierung aus der Energiebranche. Eine Übertragbarkeit auf Frauen, ältere Menschen und häusliche Schlafbedingungen ist unsicher.