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Schützt grüner Tee vor Infektionen?

Unsicher · Begrenzte Evidenz

Für die Grippeprävention gibt es erste Hinweise aus kleinen Studien, dass grüner Tee helfen kann – bei bakteriellen Infektionen stammt die Evidenz bislang jedoch ausschließlich aus dem Labor. Grünen Tee kannst du bedenkenlos trinken, aber als Ersatz für etablierte Schutzmaßnahmen wie Impfungen taugt er nicht.

Die vollständige Antwort

Am stärksten ist die Evidenz für grünen Tee bei der Grippeprävention. Eine Metaanalyse aus fünf kleinen randomisierten Studien (884 Teilnehmer) und drei Kohortenstudien (2223 Teilnehmer) zeigt, dass Catechine aus grünem Tee das Gripperisiko um rund 38% senken (kombiniertes Risiko: 0,62). Dieser Effekt trat sowohl beim Gurgeln als auch beim schlichten Trinken auf. Da die Studien klein sind und die Dosierungen stark variierten, braucht es größere Folgestudien, um den Befund zu bestätigen.

Bei bakteriellen Infektionen sieht die Lage deutlich anders aus. Laboruntersuchungen zeigen zwar, dass Catechine Bakterien auf mehreren Wegen angreifen können: Sie schädigen die Zellwand, hemmen bestimmte bakterielle Enzyme und lösen oxidativen Stress aus. Die stärkste Wirkung entfalten dabei die Verbindungen EGCG und ECG. Doch diese Effekte wurden fast ausschließlich im Reagenzglas nachgewiesen. Ob das Trinken von grünem Tee im Alltag dieselben Wirkungen erzielt, ist bislang nicht belegt.

Bei HPV-bedingten Beschwerden wie Gebärmutterhalsläsionen und äußeren Genitalwarzen deuten Ergebnisse aus randomisierten Studien auf einen positiven Effekt von Catechin-Behandlungen hin. Genaue Dosierungen und Effektgrößen sind in den vorliegenden Daten jedoch nicht ausreichend ausgearbeitet, sodass sich daraus noch keine konkreten Handlungsempfehlungen ableiten lassen.

Die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von grünem Tee werden häufig als mögliche Erklärung für einen Infektionsschutz angeführt. Das ist biologisch plausibel, aber direkte klinische Belege für eine Infektionsprävention über diesen Mechanismus fehlen noch. Es bleibt eine Hypothese, die weiterer Forschung bedarf.

Die Belege
5 Studien · 1 Meta-Analysen · ≈ 3.107 Teilnehmer

Basierend auf PMID 34209247 (Metaanalyse Grippe), 33094767 (Laboruntersuchungen Bakterien), 10956382 (älterer Übersichtsartikel antimikrobiell), 21595018 (RCT HPV), 33375458 (Matcha-Review).

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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