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Stimmt es, dass Rauchen auch andere Krebsarten als Lungenkrebs verursacht?

Ja · Starke Evidenz

Rauchen steht in einem ursächlichen Zusammenhang mit mindestens fünfzehn Krebsarten außerhalb der Lunge; wer aufhört, senkt dieses Risiko, und je früher, desto mehr.

Die vollständige Antwort

Rauchen verursacht tatsächlich eine Vielzahl von Krebserkrankungen außerhalb der Lunge. Ein ursächlicher Zusammenhang ist belegt für Krebs in Mund und Rachen, Kehlkopf, Nase und Nasennebenhöhlen, Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenwegen, Dickdarm, Nieren, Harnleitern, Blase, Gebärmutterhals und Eierstöcken sowie für Leukämie. Bis zu 30 % aller krebsbedingten Todesfälle werden auf Tabakrauchen zurückgeführt.

Das Gebärmutterhalskrebsrisiko ist bei aktiven Raucherinnen mehr als dreimal so hoch wie bei Nichtraucherinnen. Sowohl große Beobachtungsstudien als auch eine genetische Analyse bestätigen, dass es sich dabei um einen echten Kausalzusammenhang handelt und nicht um eine bloße Zufallsbeziehung.

Auch Brustkrebs tritt bei rauchenden Frauen häufiger auf. Mehrere große Prospektivstudien zeigen ein durchgängig erhöhtes Risiko von grob 10 bis 13 % gegenüber Nichtraucherinnen. Das ist ein vergleichsweise kleiner Anstieg, und ob er vollständig ursächlich ist, gilt noch nicht als abschließend geklärt. Bei Passivrauchen fällt das erhöhte Risiko geringer aus, und die Datenlage ist weniger eindeutig.

Besonders gefährlich ist die Kombination aus Rauchen und Alkohol: Beide Risikofaktoren verstärken sich gegenseitig, sodass das Krebsrisiko um ein Vielfaches höher liegt als beim Rauchen oder Trinken allein.

Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko für all diese Krebsarten nachweislich. Je länger die rauchfreie Zeit, desto größer der gesundheitliche Gewinn. Es ist also nie zu spät, aufzuhören, auch nach jahrelangem Rauchen.

Die Belege
4 Studien · 1 Meta-Analysen

Die Aussagen stützen sich auf zwei umfassende Übersichtsarbeiten (PMID 33735927, 36691379), eine Metaanalyse von 27 Prospektivstudien zu Brustkrebs (PMID 26546245) sowie eine große Beobachtungsstudie mit Mendelscher Randomisierung zu Gebärmutterhalskrebs (PMID 41062422).

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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