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Erhöht Passivrauchen dein Krebsrisiko?

Ja · Starke Evidenz

Ja, Passivrauchen erhöht dein Krebsrisiko nachweislich, vor allem für Lungenkrebs. Tabakrauch in deiner Umgebung zu meiden ist der direkteste Weg, dieses Risiko zu senken.

Die vollständige Antwort

Passivrauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko bei Nichtrauchern um rund 24 %. Das belegen Dutzende Studien, und der Zusammenhang gilt als ursächlich gesichert. Am Arbeitsplatz, wo manche Menschen stundenlang täglich Tabakrauch ausgesetzt sind, steigt dieses Risiko sogar auf 38 %. Je länger und intensiver die Exposition, desto größer die Gefahr.

Der Effekt beschränkt sich nicht auf die Lunge. Über alle Krebsarten hinweg liegt das Risiko bei regelmäßig exponierten Nichtrauchern etwa 16 % höher als bei Menschen ohne diese Belastung. Frauen scheinen anfälliger zu sein als Männer. Für Brustkrebs wurde ein ähnlicher Anstieg von rund 24 % gefunden, doch die Evidenz für einen ursächlichen Zusammenhang ist hier noch dünn: Größere Umbrella-Analysen bewerten sie als schwach. Es handelt sich um einen Hinweis, nicht um einen bewiesenen Kausalzusammenhang.

Beim Mundhöhlenkrebs sind die Zahlen beunruhigender. Im Schnitt liegt das Risiko bei Passivraucher-Exponierten etwa 51 % höher. Wer mehr als zehn bis fünfzehn Jahre regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt ist, hat ein mehr als doppelt so hohes Risiko wie jemand ohne diese Belastung. Da dieser Befund auf einer begrenzten Zahl von Studien beruht, ist die Aussagesicherheit geringer als bei Lungenkrebs.

Warum Passivrauchen schädlich ist, liegt auf der Hand: Dieselben giftigen Substanzen, die aktives Rauchen so gefährlich machen, stecken auch im Umgebungsrauch, wenn auch in niedrigeren Konzentrationen. Aktives Rauchen verursacht weltweit bis zu 30 % aller Krebstodesfälle und steht mit mindestens fünfzehn verschiedenen Krebsarten in Verbindung. Passivrauchen ist also keineswegs harmlos, auch wenn die Konzentrationen geringer sind.

Die Belege
6 Studien · 3 Meta-Analysen

Grundlage sind Metaanalysen mit Dutzenden bis fast hundert Studien für Lungenkrebs, eine Metaanalyse aus fünf Studien für Mundhöhlenkrebs sowie zwei große Umbrella-Analysen zum allgemeinen Krebsrisiko und zu Brustkrebs.

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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