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Forschung · Zellen & DNA

Seneszente Zellen entfernen: Alternde Mäusenieren werden dadurch verjüngt

Redaktion LongevityWatch · 11. Juli 2026 · 2 min · English

Zwei günstige, allgemein verfügbare Verbindungen können geschädigte „Zombie-Zellen" aus alternden Nieren entfernen und die Organfunktion teilweise wiederherstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Mausstudie mit Multi-Omics-Profiling.

Seneszente Zellen haben aufgehört, sich zu teilen, weigern sich jedoch abzusterben. Im Laufe der Zeit häufen sie sich in Geweben an und schütten einen Cocktail entzündlicher Moleküle aus, der als seneszenzassoziierter sekretorischer Phänotyp (SASP) bekannt ist. In der alternden Niere trägt SASP zur Gewebevernarbung (Fibrose), verminderter Durchblutung und nachlassender Filtrationskapazität bei.

In der Studie erhielten Mäuse ab dem zwölften Lebensmonat über einen Zeitraum von acht Monaten alle zwei Wochen eine Kombination aus Dasatinib und Quercetin. Dasatinib ist ein als Generikum erhältliches Krebsmedikament; Quercetin ist ein pflanzliches Flavonol, das in jedem Supplement-Fachhandel erhältlich ist. Gemeinsam töten sie selektiv seneszente Zellen ab – eine Strategie, die als Senolyse bezeichnet wird. Behandelte Mäuse zeigten weniger Seneszenzmarker, eine reduzierte Nierenfibrose sowie wiederhergestellte Spiegel von Klotho, einem Protein, das im Alter normalerweise abnimmt und die Nierenfunktion unterstützt.

Mehrere biologische Ebenen gleichzeitig erfasst

Bemerkenswert an der Studie ist der Einsatz von Multi-Omics: Die Forschenden kombinierten Proteinanalysen (Proteomik) mit zelltyp-spezifischer Genaktivitätsprofilierung (Einzelzell-Transkriptomik) sowie weiteren Messverfahren. Dadurch konnten sie zeigen, dass die Behandlung nicht nur Seneszenzmarker reduzierte, sondern auch den Fettsäurestoffwechsel in den Nierenzellen wiederherstellte und eine übermäßige Zell-zu-Zell-Kommunikation normalisierte. In unbehandelten alternden Nieren zeigten sich überaktive Kommunikationsnetzwerke, die bei den behandelten Tieren weitgehend ausblieben.

Übertragbarkeit auf den Menschen bleibt ungewiss

Die Ergebnisse aus dem Mausmodell reihen sich in eine wachsende Zahl tierexperimenteller Belege ein, die eine senolytische Behandlung bei altersbedingtem Organabbau unterstützen. Vorsicht ist dennoch geboten: Mausmodelle lassen sich nicht automatisch auf den Menschen übertragen, und die optimale Dosierung sowie der richtige Zeitpunkt für den Einsatz beim Menschen sind noch unbekannt. Kleine explorative Humanstudien haben vielversprechende Signale gezeigt, doch große klinische Studien fehlen nach wie vor. Da Dasatinib und Quercetin günstige, nicht mehr patentgeschützte Verbindungen sind, besteht nur ein geringer kommerzieller Anreiz, die für eine Wirksamkeitsbestätigung beim Menschen notwendigen großen Studien zu finanzieren.

Aus Longevity-Perspektive ist die Konsistenz der vorliegenden Belege bemerkenswert. Sollten sich die Ergebnisse übertragen lassen, könnte ein periodisches, kostengünstiges Behandlungsschema dazu beitragen, die Nierenfunktion im höheren Lebensalter zu schützen. Das bleibt ein bedeutendes „Wenn" – doch die Richtung der Daten ist ermutigend.

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