Ein Signalprotein lässt Eierstöcke mit dem Alter versteifen
Eierstöcke altern schneller als die meisten anderen Organe. Eine neue Studie liefert einen möglichen Grund dafür: Ein Signalprotein, dessen Spiegel im Alter ansteigt, macht das Eierstockgewebe zunehmend steifer – mit Folgen für Fruchtbarkeit und Hormonhaushalt.
Das Bindegewebe, das die Eizellen im Eierstock umgibt – das sogenannte Stroma – wird mit zunehmendem Alter fibrotisch. Diese Versteifung beeinträchtigt die Eizellreifung und stört die Hormonproduktion. Die Forschenden konnten zeigen, dass der Spiegel des Proteins Interleukin-11 (IL-11) in alternden Mauseierstöcken ansteigt und diesen fibrotischen Prozess unmittelbar antreibt. Die Studie wurde in Nature Aging veröffentlicht.
Hemmung des Proteins stellt die Funktion wieder her
Als die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler IL-11 in gealterten Mäusen hemmten, waren die Ergebnisse bemerkenswert. Die Eierstockfunktion verbesserte sich, hormonelle Ungleichgewichte wurden teilweise korrigiert, und die Fruchtbarkeit stieg. Das Stroma blieb geschmeidiger, und die Eizellreifung verlief deutlich normaler.
IL-11 ist ein Signalmolekül, das der Körper unter normalen Umständen bei der Wundheilung und bei Entzündungsreaktionen einsetzt. Bei chronisch erhöhten Spiegeln jedoch scheint es Gewebe auf eine schädliche Weise zu versteifen. Ähnliche Mechanismen wurden zuvor bereits bei Herz- und Nierenfibrosen beschrieben.
Bedeutung für die reproduktive Alterung
Die Alterung der Eierstöcke verläuft rascher als die biologische Alterung der meisten anderen Organe. Das ist nicht nur für die Fruchtbarkeit relevant, sondern auch für den Hormonspiegel, der den gesamten Organismus beeinflusst. Eine gezielte Hemmung von IL-11 könnte theoretisch die reproduktive Lebensspanne verlängern oder den Übergang in die Menopause hinauszögern.
Die Forschenden betonen, dass die Befunde bislang auf Mäuse beschränkt sind. Ob eine IL-11-Hemmung die Eierstockalterung auch beim Menschen verlangsamt und ob sie langfristig sicher ist, muss noch untersucht werden. Die Studie legt dennoch nahe, dass ovariäre Fibrose ein vielversprechender Ansatzpunkt für künftige Interventionen sein könnte.
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