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Evidenz-Antwort · Herz & Gefäße · English

Was gilt als gesundes HDL (das „gute Cholesterin"), und lässt es sich erhöhen?

Ja · Mäßige Evidenz

Den HDL-Wert über den Lebensstil zu steigern ist möglich, aber die Gene setzen die Grenzen. Am wirksamsten ist es, die Triglyzeride zu senken – durch weniger Zucker und Alkohol, mehr Bewegung und Gewichtsreduktion.

Die vollständige Antwort

HDL, das sogenannte gute Cholesterin, steht seit Jahrzehnten im Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit: Je niedriger dein HDL-Wert, desto größer das Risiko für Arteriosklerose. Doch der Umkehrschluss – je höher, desto besser – stimmt nicht uneingeschränkt. Selbst Menschen mit sehr hohem HDL können eine koronare Herzkrankheit entwickeln. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern auch die Funktion: wie effektiv dein HDL Cholesterin aus den Gefäßwänden abtransportiert.

Dein HDL-Spiegel wird zu einem erheblichen Teil durch deine Gene bestimmt. Nicht jeder kann ihn also durch Lebensstiländerungen gleich stark beeinflussen. Eine seltene Genvariante erhöht den HDL-Wert und senkt das Risiko für koronare Herzkrankheit – sie kommt jedoch nur bei einer kleinen Gruppe von Isländern vor. Auch eine chronische Nierenerkrankung kann die HDL-Funktion beeinträchtigen, unabhängig davon, wie gesund jemand lebt.

Der stärkste Hebel, den du selbst in der Hand hast, sind die Triglyzeride – die Blutfette. Hohe Triglyzeridwerte gehen fast immer mit einem niedrigeren HDL einher. Sogar Werte, die noch knapp im Normbereich liegen, hängen bereits mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und einem ungünstigeren HDL-Profil zusammen. Die Triglyzeride zu senken ist daher wahrscheinlich der direkteste Weg, auch den HDL-Wert zu verbessern.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes gehen Übergewicht und Insulinresistenz mit niedrigeren HDL-Werten einher. Auffällig: Selbst bei Frauen, deren HDL von Natur aus meist höher ausfällt, drückt Übergewicht den HDL-Spiegel nach unten.

Was du konkret tun kannst: weniger Zucker und schnelle Kohlenhydrate essen, Alkohol reduzieren, dich mehr bewegen und bei Übergewicht abnehmen – das ist am besten durch Studien gestützt. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente mit nachgewiesenem HDL-steigerndem Effekt werden in den vorliegenden Quellen nicht genannt. Leidest du an einer Erkrankung wie Niereninsuffizienz oder Diabetes, solltest du das mit deinem Arzt besprechen – denn dann kann die HDL-Funktion auf eine Weise gestört sein, die sich durch Lebensstiländerungen allein nicht beheben lässt.

Die Belege
8 Studien

Die Aussagen stützen sich auf mehrere Humanstudien und bevölkerungsbezogene Untersuchungen. Randomisierte kontrollierte Studien oder Metaanalysen, die spezifische Maßnahmen zur HDL-Erhöhung testen, sind in den Quellen nicht enthalten. Die beschriebenen Zusammenhänge sind überwiegend assoziativer Natur; belastbare Aussagen über Ursache und Wirkung bei Lebensstilinterventionen sind daher nur eingeschränkt möglich.

Zuletzt überprüft: Juni 2026
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