Was tun Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate) – und sind sie sicher?
Bisphosphonate hemmen den Knochenabbau wirksam und senken das Frakturrisiko bei Osteoporose. Die seltene Nebenwirkung Kieferknochennekrose ändert dieses günstige Nutzen-Risiko-Verhältnis für Menschen mit hohem Frakturrisiko nicht.
Bisphosphonate bremsen den Knochenabbau, indem sie die dafür zuständigen Zellen, die Osteoklasten, gezielt absterben lassen. Der Wirkstoff lagert sich ins Knochenmaterial ein, wird von den Abbauzellen aufgenommen und löst dort eine Art programmierten Zelltod aus. Das verschiebt das Gleichgewicht: Der Knochen verliert weniger Masse.
Dass Bisphosphonate tatsächlich Brüche verhindern, ist gut belegt. Bei Menschen mit Osteoporose überwiegt der Nutzen klar die Risiken – besonders bei hohem Frakturrisiko. Und dieses Risiko ist ernst zu nehmen: Eine internationale Untersuchung in 19 Ländern zeigt, dass 14 bis 28 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einem Hüftbruch innerhalb eines Jahres sterben. Den ersten Bruch zu verhindern macht also einen echten Unterschied.
Wer dauerhaft Prednison oder andere Kortikosteroide einnimmt, muss wissen: Diese Mittel schwächen den Knochen erheblich. In solchen Fällen sind orale Bisphosphonate die erste Wahl, idealerweise zusammen mit Vitamin D und Kalzium. Die Knochendichte steigt nachweislich an – allerdings ist die Evidenz dafür, dass das bei dieser speziellen Gruppe direkt zu weniger Brüchen führt, etwas weniger vollständig als bei der klassischen Osteoporose.
Eine Besonderheit dieser Medikamente: Ihr Schutzeffekt hält auch nach dem Absetzen noch eine Weile an. Bisphosphonate verankern sich tief im Knochenmaterial und werden nur langsam wieder freigesetzt. Das unterscheidet sie klar von Mitteln wie Denosumab, bei dem der Schutz nach dem Absetzen rasch nachlässt.
Die bekannteste schwerwiegende Nebenwirkung ist die Kieferknochennekrose – also absterbendes Knochengewebe im Kiefer. Sie ist selten, tritt aber deutlich häufiger bei Krebspatientinnen und -patienten auf, die hohe Dosen per Infusion erhalten, als bei Osteoporose-Betroffenen mit niedrigen oralen Dosen. Ein Zahnarztbesuch vor Therapiebeginn und sorgfältige Mundhygiene während der Behandlung gelten als Standardempfehlung. Trotz der guten Datenlage erhalten weltweit nur 11 bis 50 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einem Hüftbruch tatsächlich eine vorbeugende Medikation – Männer werden dabei noch häufiger übergangen als Frauen.
Alle Aussagen basieren auf PMID-Quellen der Redaktion, darunter klinische Leitlinien, internationale Beobachtungsstudien und mechanistische Arbeiten. Es wurde kein externes Wissen herangezogen.