Wie stark schadet Rauchen deiner Knochendichte?
Rauchen vermindert die Knochendichte nachweislich und erhöht das Hüftbruchrisiko erheblich; ein Rauchstopp hilft, auch wenn sich die Knochen nicht vollständig auf das Niveau eines Nie-Rauchers erholen.
Raucher haben im Durchschnitt ein Zehntel einer Standardabweichung weniger Knochenmasse als Nie-Raucher – gemessen über alle Körperstellen zusammen. An der Hüfte wächst dieser Unterschied auf ein Drittel einer Standardabweichung. Das ist keine Kleinigkeit: Der Effekt ist dosisabhängig, mehr Rauchen bedeutet mehr Schaden. Ältere Menschen und Männer scheinen dabei am stärksten betroffen zu sein.
Dieser Knochenmasseverlust schlägt sich in einem deutlich erhöhten Frakturrisiko nieder. Bei Hüftbrüchen liegt das geschätzte lebenslange Mehrrisiko bei 31 % für Frauen und 40 % für Männer. Das Risiko für einen Wirbelbruch steigt um etwa 13 % bei Frauen und 32 % bei Männern. Eine große US-amerikanische Bevölkerungsstudie bestätigt dieses Bild: Personen mit hoher Rauchbelastung hatten mehr als doppelt so häufig Osteoporose, und aktuelle Raucher wiesen ein um 70 % erhöhtes Risiko für Osteopenie auf – ein frühes Stadium des Knochendichteverlusts – verglichen mit Nichtrauchern.
Aufhören lohnt sich. Ex-Raucher zeigen ein geringeres Knochenmassedefizit als Menschen, die weiter rauchen, was darauf hindeutet, dass sich die Knochen nach dem Rauchstopp zumindest teilweise erholen können. Das Niveau von jemandem, der nie geraucht hat, lässt sich offenbar nicht vollständig erreichen – aber der Abstand wird merklich kleiner.
Ein wichtiger Vorbehalt: Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft scheint keinen direkten Einfluss auf die Knochendichte des Kindes zu haben. Was zunächst wie ein Unterschied aussah, verschwand, sobald die Forschenden Geburtsgewicht und Körpergröße des Kindes berücksichtigten.
Grundlage sind eine Metaanalyse von 86 Studien (über 40.000 Teilnehmende), eine große US-amerikanische Bevölkerungsstudie (n=10.564), ein systematisches Review zum Rauchen in der Schwangerschaft (8 Studien, knapp 18.000 Kinder) sowie ein epidemiologischer Übersichtsartikel. Die Frakturrisiken sind Modellschätzungen auf Basis von Knochenmassedifferenzen, keine direkten Beobachtungsdaten.