Woran erkenne ich, ob ich ein Osteoporoserisiko habe?
Die Risikofaktoren für Osteoporose sind gut belegt. Wer mehrere davon bei sich erkennt, sollte das Gespräch mit dem Arzt suchen und gegebenenfalls einen DXA-Scan anfordern.
Osteoporose schleicht sich still an: Die Knochen verlieren nach und nach an Stabilität, bis plötzlich ein Bruch passiert. Zum Glück sind die Risikofaktoren gut erforscht, sodass du selbst einschätzen kannst, ob du wachsam sein solltest.
Die wichtigsten Risikofaktoren sind Alter und Geschlecht. Je älter du bist, desto höher das Risiko – das gilt für Männer wie Frauen. Frauen sind insgesamt anfälliger, besonders nach den Wechseljahren. Ohne Östrogen beschleunigt sich der Knochenschwund deutlich. Frauen, denen die Eierstöcke in jungen Jahren entfernt wurden, tragen ein besonders hohes Risiko, weil die Östrogenproduktion dann früh endet.
Bestimmte Medikamente und Erkrankungen erhöhen das Risiko erheblich. Langzeitanwendung von Kortikosteroiden wie Prednison ist eine bekannte Ursache für Knochenschwund – auch bei Männern. Bei Männern gilt eine zu geringe Testosteronproduktion als häufigste zugrunde liegende Ursache; eine Testosterontherapie kann die Knochendichte dann verbessern. Hattest du schon einmal einen Knochenbruch ohne starken Aufprall oder Sturz, oder kommt Osteoporose in deiner Familie vor? Dann ist dein Risiko für weitere Brüche erhöht.
Auch der Lebensstil spielt eine Rolle, wenn auch etwas weniger stark. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel sowie zu wenig Kalzium oder Vitamin D erhöhen das Risiko. Geringes Körpergewicht und eine zierliche Statur wirken sich ebenfalls aus; Menschen mit Übergewicht scheinen bei der Knochendichte leicht im Vorteil zu sein, auch wenn Übergewicht andere Gesundheitsrisiken mit sich bringt.
Die Knochendichte wird mit einem DXA-Scan gemessen, dem Goldstandard für die Diagnose. Ein Screening wird für alle Frauen ab 65 Jahren empfohlen. Jüngere Frauen nach den Wechseljahren und Männer mit Risikofaktoren kommen ebenfalls dafür infrage. Wichtig: Osteoporose bei Männern wird massiv unterschätzt. Rund 40 % aller Knochenbrüche betreffen Männer, doch nur jeder zehnte betroffene Mann wird angemessen behandelt. Erkennst du mehrere Risikofaktoren bei dir? Dann sprich mit deinem Arzt und frage gegebenenfalls nach einem DXA-Scan.
Die Aussagen stützen sich auf mehrere publizierte Studien und Leitlinien (PMIDs 2517695, 30888662, 16448873, 36382763, 7696835, 32773051, 34688418). Die Zusammenhänge für Alter, Geschlecht und Kortikosteroidgebrauch sind quellenübergreifend konsistent belegt. Die Datenlage zu ethnischen Unterschieden ist außerhalb der kaukasischen Bevölkerungsgruppe weniger gut abgesichert.