Lebensstil verlangsamt biologisches Altern auf der Uhr
Zwölf Wochen Sport, Ernährungsberatung und probiotischer Joghurt – und eine biologische Altersuhr zeigte Ausschlag. Kann ein einfaches Lebensstilpaket bereits beeinflussen, wie schnell der Körper auf molekularer Ebene altert?
Forscher nahmen Männer ab fünfzig Jahren in ein zwölfwöchiges Programm auf, das körperliche Aktivität, Ernährungsberatung und den täglichen Verzehr eines Joghurts mit dem Bakterienstamm Bifidobacterium longum BB536 kombinierte. Anschließend maßen sie das biologische Alterungstempo mit DunedinPACE, einer epigenetischen Uhr, die chemische Markierungen auf der DNA (sogenannte DNA-Methylierung) auswertet, um abzuschätzen, wie schnell jemand im Vergleich zu Gleichaltrigen altert.
Was die Uhr anzeigte
Die Teilnehmer der Interventionsgruppe wiesen im Vergleich zur Kontrollgruppe eine statistisch signifikante Verlangsamung von etwa 2,2 Prozent auf. Für eine Intervention von nur drei Monaten Dauer ist das ein bemerkenswertes Signal. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Aging.
Die Forschenden mahnen jedoch zur Vorsicht. Andere Altersuhren, die in derselben Studie getestet wurden, zeigten keinen signifikanten Effekt. Nur DunedinPACE und ein Marker der Nierenfunktion lieferten ein klares Signal. Das verweist auf eine grundlegende Einschränkung: Altersuhren werden mithilfe von maschinellem Lernen auf großen Datensätzen entwickelt, und welche biologischen Prozesse sie genau abbilden, ist nach wie vor unzureichend verstanden. Eine Intervention, die das Altern tatsächlich verlangsamt, muss sich nicht zwangsläufig auf jeder Uhr niederschlagen.
Warum das dennoch bedeutsam ist
Der Wert solcher Studien liegt nicht im abschließenden Beweis, sondern im schrittweisen Aufbau von Evidenz darüber, welche Uhren auf bekannte Lebensstiländerungen konsistent reagieren. Verschieben mehrere Studien unter vergleichbaren Bedingungen dieselbe Uhr, wird diese zu einem verlässlicheren Werkzeug für künftige Forschung.
Aus einer Longevity-Perspektive ist es ermutigend, dass eine vergleichsweise niedrigschwellige Kombination aus Lebensstiländerungen bereits innerhalb von zwölf Wochen ein messbares Signal erzeugt. Ob dieses Signal dauerhafte gesundheitliche Vorteile vorhersagt, bleibt offen. Die Forschenden selbst betonen, dass größere und längere Studien erforderlich sind, um die klinische Relevanz zu bestätigen. Die Befunde sind am besten als Aufruf zur weiteren Untersuchung zu verstehen – nicht als Beleg dafür, dass sich das biologische Alter ohne Weiteres umkehren lässt.
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