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Forschung · Muskeln & Bewegung

Trainierte Muskeln altern auf molekularer Ebene anders

Redaktion LongevityWatch · 4. Juli 2026 · 1 min · English

Menschen, die regelmäßig Sport treiben, haben Muskelzellen, die molekular jünger wirken – selbst im hohen Alter. Eine neue Studie zeigt: Training baut nicht nur Kraft auf, sondern verlangsamt auch das innere Alterungstempo der Muskeln.

Forschende analysierten Skelettmuskelgewebe von Menschen unterschiedlichen Alters und Fitnessniveaus und untersuchten dabei gleichzeitig Proteine, Gene und weitere molekulare Merkmale – ein Ansatz, der als Multi-Omics bezeichnet wird. Ältere Erwachsene, die regelmäßig trainierten, wiesen etwa 50 % weniger altersbezogene molekulare Veränderungen auf als ihre körperlich inaktiven Altersgenossen. Die Ergebnisse erscheinen in der Studie, die in Nature Aging veröffentlicht wurde.

Energiefabriken bleiben in Betrieb

Einer der auffälligsten Befunde betrifft den Energiestoffwechsel. Bei gut trainierten älteren Erwachsenen blieben Gene, die an der Zellatmung und der Energieproduktion durch Mitochondrien – die Kraftwerke der Zelle – beteiligt sind, aktiv. Bei weniger aktiven Gleichaltrigen hatten dieselben Gene im Laufe des Alterns an Aktivität verloren. Das deutet darauf hin, dass regelmäßiges Training Muskelzellen dabei helfen könnte, ihre Energiesysteme länger aufrechtzuerhalten.

Trainierte ältere Erwachsene zeigten außerdem stärkere molekulare Reaktionen auf eine einzelne Trainingseinheit. Ihre Zellen wirkten in Bezug auf Reparatur- und Anpassungsprozesse reaktionsfähiger. Bei inaktiven Personen war dieser Unterschied in der Reaktionsfähigkeit geringer ausgeprägt. Die Forschenden vermuten, dass Training eine Art molekulares Gedächtnis in den Muskelzellen hinterlässt, das sie empfänglicher für körperliche Reize hält.

Bedeutung für gesundes Altern

Diese Forschung verleiht etwas, das viele Menschen bereits ahnen, molekulares Gewicht: dass Sport beeinflusst, wie man altert. Es handelt sich dabei um eine Assoziationsstudie; ob Training die beobachteten molekularen Profile direkt verursacht, muss durch weitere Forschung geklärt werden. Aus einer Longevity-Perspektive ist bemerkenswert, dass die Effekte weit über Muskelkraft hinausgehen und in der tiefen molekularen Struktur der Zellen selbst sichtbar sind.

Wie viel Training nötig ist, um diese Effekte zu erzielen, und ob sie auch bei Menschen auftreten, die erst im späteren Leben mit dem Training beginnen, bleibt offen. Die Studie empfiehlt kein spezifisches Trainingsprogramm.

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