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Hilft Kaffee gegen Typ-2-Diabetes?

Ja · Mäßige Evidenz

Wer bereits an Typ-2-Diabetes erkrankt ist, für den zeigen Beobachtungsdaten, dass höherer Kaffeekonsum mit niedrigerer Sterblichkeit und weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängt – ein Kausalitätsnachweis fehlt jedoch, und zur Diabetesprävention bei gesunden Menschen gibt es keine belastbaren Daten.

Die vollständige Antwort

In einer großen prospektiven Kohortenstudie hatten Menschen mit Typ-2-Diabetes, die regelmäßig viel Kaffee tranken, eine um 26 % geringere Sterblichkeit als jene, die selten Kaffee konsumierten (Hazard Ratio 0,74; 95%-Konfidenzintervall 0,63–0,86). Die Studie begleitete 15.486 Personen mit Typ-2-Diabetes im Schnitt 18,5 Jahre. Bemerkenswert: Auch wer seinen Kaffeekonsum erst nach der Diagnose steigerte, wies ein niedrigeres Sterberisiko auf. Die Signale sind konsistent und statistisch belastbar – allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, sodass Kausalität nicht belegt ist1.

Dieselbe Studie zeigte, dass ein höherer Kaffeekonsum bei Menschen mit Typ-2-Diabetes auch mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen einherging. Da kardiovaskuläre Komplikationen zu den schwerwiegendsten Folgen von Diabetes zählen, ist dieses Signal durchaus relevant – auch wenn die genauen Zahlen für diesen Endpunkt nicht separat ausgewiesen wurden1.

Zum Vergleich untersuchte dieselbe Studie zuckerhaltige Getränke – mit dem entgegengesetzten Ergebnis: Ein hoher Konsum war mit einer um 20 % höheren Gesamtmortalität (HR 1,20), einer um 25 % höheren Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HR 1,25) und einer um 29 % höheren kardiovaskulären Sterblichkeit (HR 1,29) verbunden. Wer zuckerhaltige Getränke durch Kaffee ersetzte, hatte in dieser Studie durchgehend ein niedrigeres Sterberisiko1.

Ein zentraler Vorbehalt bleibt bestehen: Beobachtungsdaten beweisen keine Kausalität. Wer viel Kaffee trinkt, lebt möglicherweise auch in anderer Hinsicht gesünder – ein Confounder, der die Ergebnisse verzerren kann. Randomisierte Studien, die Ursache und Wirkung nachweisen könnten, fehlen bislang.

Die vorliegenden Daten beziehen sich ausschließlich auf Sterblichkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen, die bereits an Typ-2-Diabetes erkrankt sind. Ob Kaffee auch dabei helfen kann, Typ-2-Diabetes bei gesunden Menschen zu verhindern, lässt sich auf Grundlage dieser Studien nicht beantworten – kontrollierte Daten dazu wurden in diesem Dossier nicht berücksichtigt.

Die Belege
2 Studien · ≈ 15.486 Teilnehmer

Alle Aussagen stammen aus einer prospektiven Kohortenstudie (PMID 37076174) sowie einem epidemiologischen Review (PMID 38879999). Randomisierte kontrollierte Studien oder Metaanalysen wurden nicht als direkte Quellen herangezogen. Die Evidenzstärke ist damit für die Sterblichkeitsendpunkte als mäßig einzustufen; Kausalität ist nicht nachgewiesen.

Zuletzt überprüft: Juni 2026
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