Hilft Magnesium gegen Insulinresistenz?
Es gibt solide Hinweise darauf, dass Magnesium die Insulinresistenz positiv beeinflusst, vor allem wenn dein Magnesiumspiegel zu niedrig ist. Gehörst du keiner Risikogruppe an, lohnt es sich, zuerst über die Ernährung für eine ausreichende Zufuhr zu sorgen, bevor du zu Nahrungsergänzungsmitteln greifst.
Magnesium ist direkt daran beteiligt, wie der Körper Insulin verarbeitet. Das Mineral wird für ein Enzym namens Tyrosinkinase gebraucht, das den Insulinrezeptor auf den Zellen aktiviert. Fehlt ausreichend Magnesium in der Zelle, arbeitet dieser Rezeptor schlechter: Die Zellen nehmen weniger Glukose auf, und weil Insulin die Rückresorption nicht mehr richtig steuert, scheidet der Körper über die Nieren zusätzlich Magnesium aus. Ein sich selbst verstärkender Kreislauf entsteht.
Niedrige Magnesiumspiegel im Blut wurden wiederholt bei Menschen mit Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes festgestellt. Dabei bleibt offen, was Ursache und was Folge ist: Ein Magnesiummangel kann die Insulinsensitivität verschlechtern, aber umgekehrt führt Insulinresistenz selbst ebenfalls zu erhöhten Magnesiumverlusten. Beide Mechanismen können gleichzeitig ablaufen.
Randomisierte Studien zeigen, dass Magnesiumpräparate tatsächlich helfen können. Eine Metaanalyse doppelblinder Studien wies bei Menschen mit Diabetes einen signifikanten Rückgang des Nüchternblutzuckers nach. Bei Personen mit erhöhtem Diabetesrisiko verbesserte sich außerdem die Insulinsensitivität, und sie schnitten beim oralen Glukosetoleranztest besser ab. Eine kleinere Einzelstudie mit vierzig Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom stellte nach zwei Monaten mit täglich 250 mg Magnesiumoxid einen signifikanten Abfall von Insulin und Insulinresistenz fest. Da diese Studie klein und auf eine spezifische Gruppe beschränkt war, sollten die Ergebnisse nicht ohne Weiteres verallgemeinert werden.
Auch Magnesium aus der Ernährung scheint sich günstig auf übergeordnete Stoffwechselmarker wie Blutdruck und Triglyzeride auszuwirken. In einer großen Beobachtungsstudie mit mehr als 21.000 Teilnehmern war eine höhere Magnesiumzufuhr mit einem geringeren Risiko für schwere Herz- und Nierenerkrankungen sowie einer niedrigeren Sterblichkeit verbunden, wobei solche Daten allein keinen Kausalzusammenhang belegen.
Basiert auf einer Metaanalyse randomisierter Studien (PMID 34836329), einer kleinen RCT bei PCOS (PMID 37393389), einem mechanistischen Artikel (PMID 15319146), einem narrativen Review (PMID 33499378) sowie zwei Beobachtungsstudien bzw. Reviews (PMID 26404370, 32585827, 40073760).