Schützt Astaxanthin deine Haut vor der Sonne?
Astaxanthin bietet wahrscheinlich einen gewissen Schutz vor UV-Schäden, doch die Studien sind zu klein und zu oft industriefinanziert, um darauf viel aufzubauen. Sonnenschutzmittel bleiben unverzichtbar – gegen Hautkrebs hilft Astaxanthin nachweislich nicht.
Astaxanthin (3–6 mg pro Tag) bietet einen gewissen Schutz vor UV-Schäden – das zeigen mehrere kleine, kontrollierte Studien. Gemessen wurde etwa eine geringere Hautröte nach UV-Exposition und weniger oxidativer Stress in Hautzellen. Allerdings waren die Teilnehmerzahlen gering, die Studienlaufzeiten kurz, und die meisten Untersuchungen wurden an gesunden japanischen Frauen durchgeführt. Hinzu kommt: Ein Großteil dieser Forschung wurde von Unternehmen finanziert, was die Ergebnisse in einem günstigeren Licht erscheinen lassen kann.
In Zellstudien mit menschlichen Hautzellen schützte Astaxanthin deutlich besser vor UVA-Schäden als andere Carotinoide wie Betacarotin. Es hemmte Zelltod, freie Radikale und Membranschäden. Das sind jedoch Laborbefunde – kein Nachweis einer Wirkung beim lebenden Menschen.
Carotinoide als Stoffgruppe, zu der auch Astaxanthin gehört, zeigen in mehreren klinischen Studien eine gewisse Verringerung von Sonnenbrand und UVA-bedingter Pigmentierung. Diese Ergebnisse lassen sich aber nicht einfach auf Astaxanthin allein übertragen, denn sie beziehen sich auf die gesamte Gruppe.
Mindestens genauso wichtig: Es gibt keinen einzigen Beleg dafür, dass Astaxanthin oder ein anderes Carotinoid beim Menschen Hautkrebs vorbeugt. Das einzige Nahrungsergänzungsmittel, für das dieser Effekt in klinischen Studien nachgewiesen wurde, ist Nicotinamid. Astaxanthin darf daher weder als Ersatz für Sonnenschutzmittel noch als Maßnahme zur Hautkrebsprävention betrachtet werden.
Was die Hautqualität betrifft – weniger Falten, bessere Feuchtigkeitsversorgung, feinere Textur – berichten kontrollierte Studien ebenfalls von leichten Verbesserungen. Die Sicherheit von Astaxanthin war in den Kurzzeitstudien kein Problem, aber ob es auch bei langfristiger Einnahme unbedenklich ist, lässt sich schlicht nicht sagen: Die Studien liefen dafür nicht lang genug.
Basierend auf mehreren kleinen RCTs und einer zellbiologischen Laborstudie (PMID 18803658, 32202443, 29690549, 39804624, 33955073, 33672113). Keine großen unabhängigen RCTs verfügbar; mehrere Studien wurden von der Industrie finanziert.