Schützt Sonnencreme auch vor Hautalterung?
Wer täglich eine Breitspektrum-Sonnencreme aufträgt, verlangsamt nachweislich die lichtbedingte Hautalterung; wer chemische Filter meiden möchte, kann ohne Einbußen beim Schutz auf eine mineralische Variante mit Zinkoxid oder Titandioxid zurückgreifen.
Sonnencreme schützt nachweislich vor lichtbedingter Hautalterung, auch Photoaging genannt: Falten, Pigmentflecken, raue Hauttextur und Elastizitätsverlust, die durch jahrelange UV-Exposition entstehen. Dabei unterscheidet sich das Alterungsmuster je nach Hauttyp: Menschen mit heller Haut entwickeln vor allem Falten und verlieren Elastizität, während bei dunkler Haut eher Pigmentflecken entstehen.
Den stärksten direkten Beweis liefert eine randomisierte kontrollierte Studie mit 903 australischen Erwachsenen. Wer täglich Breitspektrum-Sonnencreme auftrug, zeigte nach 4,5 Jahren 24 % weniger Hautalterung als Personen, die Sonnencreme nur gelegentlich nutzten. Bei den täglichen Anwendern war sogar überhaupt keine messbare Zunahme der Hautalterung festzustellen.
Der wichtigste Treiber des Photoagings ist UVA-Strahlung (Wellenlängen von 320 bis 400 nm). UVA dringt tiefer in die Haut ein als UVB, bis in die Dermis, und verursacht dort Schäden über reaktive Sauerstoffradikale. Breitspektrum-Sonnencreme schützt sowohl vor UVA als auch vor UVB. Ein wesentlicher Kritikpunkt: Die meisten gängigen Sonnencremes auf dem US-amerikanischen Markt decken langwelliges UVA (über 370 nm) und sichtbares Licht nur unzureichend ab, obwohl auch diese zur Hautalterung und Pigmentveränderungen beitragen.
Sichtbares Licht und Infrarotstrahlung tragen möglicherweise ebenfalls zur Hautalterung und Pigmentierung bei, doch ist das beim Menschen kaum erforscht, und die Datenlage bleibt begrenzt. Hinzu kommt, dass es bislang keine offiziell zugelassenen UV-Filter gibt, die gezielt vor sichtbarem Licht schützen, sodass herkömmliche Sonnencremes hier wenig ausrichten.
Zur Sicherheit von Sonnencreme: Chemische UV-Filter können durch die Haut aufgenommen werden und wurden im Blut nachgewiesen, ein klinisch relevanter Schaden beim Menschen ist jedoch bisher nicht belegt. Der wissenschaftliche Konsens spricht weiterhin für den Einsatz von Sonnencreme; Langzeitstudien zur Sicherheit laufen noch. Wer chemische Filter meiden möchte, kann bedenkenlos auf mineralische Varianten mit Zinkoxid oder Titandioxid umsteigen. Beta-Carotin als Nahrungsergänzungsmittel hat keinen schützenden Effekt gegen Photoaging und wird auf Basis der verfügbaren Daten nicht als Alternative empfohlen.
Der zentrale Befund zum täglichen Sonnenschutz stammt aus einer einzigen randomisierten kontrollierten Studie (PMID 23732711, n=903). Weitere Aussagen stützen sich auf Übersichtsarbeiten (PMID 34387824, 38772426, 39913224, 38924160, 40072791) sowie eine Studie zu pflanzlichen Antioxidantien (PMID 33360043). Eine Metaanalyse wurde als direkte Quelle nicht herangezogen.