Schützt Kaffeetrinken vor Leberkrebs?
Kaffeetrinken geht konsistent mit einem niedrigeren Leberkrebsrisiko einher – und dieser Zusammenhang ist besser belegt als bei nahezu jeder anderen Krebsart. Drei oder mehr Tassen täglich scheinen den größten Nutzen zu bringen; in der Schwangerschaft sollte die Zufuhr jedoch niedrig bleiben.
Leberkrebs ist das deutlichste Beispiel dafür, dass Kaffee eine schützende Wirkung entfalten kann. Sowohl große Beobachtungsstudien als auch sogenannte Mendel'sche Randomisierungsstudien zeigen in dieselbe Richtung. Die zweite Methode ist strenger als ein einfacher Fragebogen, weil sie besser ausschließt, dass andere Lebensstilfaktoren den Zusammenhang erklären. Drei oder mehr Tassen täglich scheinen den stärksten Schutz zu bieten.
Warum ist das so bemerkenswert? Bei den meisten anderen Krebsarten ist das Bild weit weniger eindeutig. Eine übergreifende Auswertung zahlreicher Studien ergab zwar, dass starke Kaffeetrinker im Schnitt etwa 18 % seltener an Krebs erkranken als Menschen, die kaum Kaffee trinken – doch das ist ein Mittelwert über Dutzende von Krebsarten. Speziell für Leberkrebs gehört der Zusammenhang zu den am besten belegten in der gesamten Kaffee-und-Krebs-Forschung.
Es gibt aber auch Punkte, die man im Blick behalten sollte. Kaffeetrinker rauchen häufiger, und in Studien, die das nicht sauber herausrechnen, erscheint Kaffee als Risikofaktor für Lungenkrebs. Ob nach Korrektur für den Raucherstatus wirklich ein eigenständiger Zusammenhang mit Lungenkrebs bleibt, ist noch offen. Außerdem gibt es Hinweise, dass Frauen mit hohem Kaffeekonsum ein etwas erhöhtes Knochenbruchrisiko haben könnten – die Evidenz dafür ist jedoch begrenzt und bei Männern nicht nachweisbar.
Bist du schwanger, gelten andere Empfehlungen. Hoher Kaffeekonsum hängt mit einem erhöhten Risiko für niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburt und Fehlgeburt zusammen. Fachleute empfehlen, die Koffeinzufuhr in der Schwangerschaft auf maximal 200 mg pro Tag zu begrenzen – das entspricht in etwa einer bis zwei Tassen.
Basierend auf mehreren großen Reviews und Metaanalysen (PMID 39266809, 29167102, 40806142, 38963648), darunter Studien, die für den Leberkrebs-Zusammenhang Mendel'sche Randomisierung einsetzen. Die Evidenz für Leberkrebs ist stärker als für die meisten anderen Krebsarten.