Zeitlich begrenztes Essen verlängert die Lebensspanne männlicher Mäuse
Essen innerhalb eines festen täglichen Zeitfensters verbessert die Gesundheit von männlichen und weiblichen Mäusen. Doch nur Männchen leben dadurch tatsächlich länger. Der Unterschied wirft neue Fragen auf, wie wir über intermittierendes Fasten und Altern denken sollten.
Zeitlich begrenztes Essen bedeutet, die gesamte Nahrungsaufnahme auf ein bestimmtes Stundenfenster pro Tag zu beschränken – in der Regel abgestimmt auf die innere Uhr des Körpers. Ob dieser Ansatz den Alterungsprozess verlangsamen kann, haben Forscherinnen und Forscher in verschiedenen Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen untersucht.
Eine groß angelegte Studie, die jetzt in Nature Aging veröffentlicht wurde, zeichnet ein klareres Bild. Mehr als fünfhundert männliche und weibliche Mäuse wurden von früh im Leben bis zu ihrem Tod begleitet. Die Forschenden stellten fest, dass zeitlich begrenztes Füttern die Gesundheitsspanne bei Mäusen beider Geschlechter verbesserte. Die mittlere Lebensspanne stieg jedoch nur bei den Männchen. Bei Weibchen verlängerte dasselbe Ernährungsmuster das Leben nicht.
Was den geschlechtsspezifischen Unterschied antreibt
Die männlichen Mäuse mit zeitlich begrenzter Nahrungsaufnahme zeigten im Vergleich zu den Kontrolltieren eine bessere Organfunktion und weniger Anzeichen altersbedingten Verfalls. Sie lebten zudem messbar länger. Weibliche Mäuse verbesserten sich zwar bei mehreren Gesundheitsindikatoren, gewannen durch die Intervention jedoch keine zusätzliche Lebensspanne.
Warum dieser Geschlechterunterschied besteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Hormonelle Unterschiede sind ein naheliegender Faktor. Hinzu kommt, dass der zirkadiane Rhythmus – die biologische innere Uhr des Körpers – bei beiden Geschlechtern unterschiedlich funktioniert. Der zirkadiane Rhythmus steuert, wann der Körper Nahrung erwartet, wann er Reparaturprozesse durchführt und wann er sich auf Aktivität vorbereitet. Eine Störung oder Abstimmung mit diesem Rhythmus hat je nach Geschlecht unterschiedliche Folgen.
Was das für die menschliche Praxis bedeutet
Zeitlich begrenztes Essen wird verbreitet zur Gewichtskontrolle und zur Verbesserung der Stoffwechselgesundheit eingesetzt. Diese Studie wirft eine neue Frage auf: Unterscheiden sich die langfristigen Alterungseffekte ebenfalls zwischen Männern und Frauen? Die beteiligten Mechanismen – darunter zirkadiane Regulation und metabolische Flexibilität – sind bei Säugetieren grundsätzlich ähnlich. Ob Menschen dieselbe geschlechtsspezifische Reaktion auf die Lebensspanne zeigen, muss noch untersucht werden. Der Befund ist jedoch ein deutliches Signal, dass das Geschlecht sowohl in der Langlebigkeitsforschung als auch bei Ernährungsempfehlungen berücksichtigt werden muss.