Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Retatrutid?
Retatrutid löst bei vielen Menschen Magen-Darm-Beschwerden und einen vorübergehenden Pulsanstieg aus. Schwere Nebenwirkungen sind selten, doch zur Langzeitsicherheit wissen wir noch wenig.
Am häufigsten treten Magen-Darm-Beschwerden auf: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Verstopfung. In einer Phase-2-Studie mit Diabetespatienten berichteten 35 % der Teilnehmer in den Retatrutid-Gruppen davon. Ein breiter Vergleich ähnlicher Wirkstoffe zeigte Raten zwischen 47 % und 84 %. Die Beschwerden sind meist leicht bis mäßig und dosisabhängig. Wer mit 2 mg statt sofort mit 4 mg beginnt, kann sie deutlich abmildern.
Auch der Ruhepuls steigt unter Retatrutid an, ebenfalls dosisabhängig. Der Anstieg erreichte seinen Höhepunkt nach etwa 24 Wochen und ging danach wieder zurück. Ob das langfristig Auswirkungen auf die Herzgesundheit hat, ist noch unklar.
Schwerwiegende Nebenwirkungen und Todesfälle traten in den Phase-2-Studien kaum auf. Die Rate schwerer unerwünschter Ereignisse war mit der Placebogruppe vergleichbar (0-10 % unter Verum gegenüber 0-12 % unter Placebo). Weder Todesfälle noch schwere Hypoglykämien wurden gemeldet. Dennoch brachen bis zu 26 % der Teilnehmer in den Verumgruppen die Studie wegen Nebenwirkungen vorzeitig ab, verglichen mit bis zu 9 % in den Placebogruppen.
Zur Langzeitsicherheit gibt es bislang kaum belastbare Daten. Was Retatrutid mit der Zeit mit Muskelmasse, Knochendichte, Bauchspeicheldrüse, Gallenwegen und dem Krebsrisiko macht, wird derzeit in den laufenden Phase-3-Studien, den sogenannten TRIUMPH-Studien, untersucht. Bis diese Ergebnisse vorliegen, lässt sich keine fundierte Aussage zur Langzeitsicherheit treffen.
Basierend auf Phase-2-Studien am Menschen sowie einem systematischen Review vergleichbarer Wirkstoffe. Phase-3-Daten fehlen noch, weshalb die Langzeitsicherheit weiterhin unbekannt ist.